Aquamare

13 Dezember, 2018

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Landesmuseum Joanneum, 8010 Graz
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Auswilderung Mollusken
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Landesmuseum Joanneum, 8010 Graz

Vom 12.05.2005 bis 01.11.2005 fand im Landesmuseum Joanneum, Museumsgebäude Raubergasse 10 in 8010 Graz, die Ausstellung
"Das Meer im Zimmer"- Von Tintenschnecken und Muscheltieren
statt. Gezählte 17.402 Besucher zeigten großes Interesse an der Ausstellung und vor allem die beiden Kraken (Octopus vulgaris), die von Kindern "Thadäus" und "Tintenfaxl" getauft wurden, waren die Lieblinge dieser Schau.

Abb.: "Gewöhnlicher Kalmar", lat. "Loligo Vulgaris". Kalmare gehören zu
den 10-armigen Tintenfischen. (© Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv)

Nautilus und Venusmuschel, Purpurschnecke und Tritonshörner: Die Molluskensammlung des Landesmuseum Joanneum ist in ihrem Umfang und ihrer Schönheit außergewöhnlich und zeigte sich in dieser Ausstellung sowohl in ihrer historischen Dimension aber auch in ihrer gegenwärtigen Präsenz.

Tintenschnecken

 

"Mollusken" sind Weichtiere, also Muscheln, Schnecken, Tintenfische etc. und in der Zoologischen Abteilung des Landesmuseum Joanneum in einer reichhaltigen Sammlung vorhanden. Schnecken- und Muschelschalen gehörten überhaupt zu den ersten Objekten, die im 1811 gegründeten Landesmuseum Joanneum gesammelt und aufbewahrt wurden. Im Lauf der Jahrzehnte wuchs die Molluskensammlung der Zoologischen Abteilung auf viele tausend Objekte an, deren Fundorte über die ganze Welt verstreut sind. Neben der weltweit größten Muschel - die Schale der "Tridacna gigans" wiegt 90 Kg(!) - und der größten Schnecke findet man in der Sammlung aber auch winzige Schalen, die nur wenige Millimeter messen. Auch wenn sie in ihrer Größe sehr unterschiedlich sind, alle Schalen begeistern mit der Präzision ihrer Wuchsform, Farben- und Formenvielfalt.

 

Herzstück der Ausstellung "Das Meer im Zimmer" war die von aquamare nachgebaute, rund 4.000 Liter fassende Aquarienanlage mit Mittelmeerbesiedlung. Zitat der eigenen Geschichte des Landesmuseum Joanneum und einer Zeit, in der Graz im Herrschaftsbereich der Donaumonarchie noch am Meer gelegen hat: Mit Einsatz seines Privatvermögens hat der damalige Kustos des Landesmuseum Joanneum, Gottlieb Marktanner-Turneretscher, große Mittelmeeraquarien initiiert, die zwischen 1899 und 1907 im "Stammhaus" des Joanneum in der Raubergasse von Tausenden neugierigen BesucherInnen bestaunt wurden. Sowohl Meerwasser als auch Tiere hat man mit der Bahn in eigens dafür konstruierten, belüfteten Gefäßen von der Zoologischen Station Triest angeliefert und mit viel Mühe in den 2. Stock gehoben. 1907 mussten die Aquarien mangels finanzieller Unterstützung abgebaut werden - im "Meer im Zimmer" wurden sie wieder zum Leben erweckt.

 

Thematisiert wurden aber auch historische Präsentations- und Denkformen, quasi als "Museum des Museums": In einem Rückgriff auf alte Naturalienkabinette verband die Ausstellung Exponate der Molluskensammlung mit traditionellem Inventar (Korallenstöcken, einem Narwalzahn, einer bearbeiteten Nautilusschale etc.) aus sogenannten "Wunderkammern" und einem "Porträt" einer Conchyliensammlung ("Conchylien" = altertümliche Bezeichnung für "Mollusken") aus dem 17. Jahrhundert.